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Der Schleswiger

Die Zucht des Schleswiger Kaltblutpferdes stammt aus Norddeutschland (Schleswig-Holstein) und wurde früher im Wesentlichen als Arbeits- und Zugpferde eingesetzt. Das Schleswiger Kaltblut ist ein Kaltblutpferd mit einem freundlichen, lebhaften Blick, kräftigem Hals, kurzem, kräftigem Rücken, großen, harten Hufen und einem nicht zu üppigen Behang. Eine leicht zehenenge Stellung der Vorderbeine und ein leichtes Überbaut sein sind rassetypisch. Das Schleswiger Kaltblut ist ein leistungsfähiges und ausdauerndes Arbeitspferd, dabei unkompliziert und ruhig im Umgang mit großer Nervenstärke.Brandzeichen der Pferderasse Schleswiger

Die Fellfärbung der Schleswiger Pferde zeigen sich vor allem als Fuchsfarbene mit hellem, dichtem und meist leicht gewelltem Langhaar. Oftmals fällt bei den Hell- und Dunkelfüchsen auch eine Äpfelung ergänzt durch weißgelblichen Behang ins Auge. Nur selten sieht man Braune, Schimmel oder Rappen.

Das Schleswiger Kaltblut erreicht ein Stockmaß von 154 bis 162 Zentimetern und kann mit einem Gewicht von etwa 800 Kilogramm als mittelschweres Kaltblut eingeordnet werden.

Zuchtentwicklung des Schleswigers

Die Rasse des Schleswiger Kaltblut gründet sich auf den Mitte des 19. Jahrhunderts geborenen Suffolk- oder Shire-Hengst „Oppenheim“, der 1862 aus England importiert wurde. Aber auch der dänische Jütländer hat deutlich zur Entwicklung der Rasse beigetragen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Schleswiger vor allem für den Einsatz in der Land- und Holzwirtschaft sowie als Bus- und Treidelpferde gezüchtet.

Seit 1930 sind nahezu alle Schleswiger auf seinen Nachkommen „Munkedal“ zurückzuführen. Der „Verband der Schleswiger Pferdezuchtvereine“ (VSP) entstand 1891. Mitte der 1970er Jahre zählte der Bestand gut 25.000 Stuten und 450 Hengste. Dann kam durch die fortschreitende Industrialisierung 1976 der Einbruch und die Rasse war mit 35 eingetragenen Stuten und fünf Hengsten auf ein Negativrekord geschrumpft. Der Zuchtverband löste sich daraufhin auf. Seither wird die Rasse vom „Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg“ betreut. 1991 gründete sich der „Verein Schleswiger Pferdezüchter“.

Heutzutage werden Schleswiger vor allem als Zugpferde für Brauerei- und andere schwere Wagen auf Umzügen genutzt. Auch als Freizeitpferde erfreuen sie sich auf Grund ihrer Zuverlässigkeit großer Beliebtheit.

Der Schleswiger steht auf der Liste der bedrohten Haustierrassen.