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Der Rottaler

Die Zucht der Rottaler begann im 10. Jahrhundert mit verschiedensten Einkreuzungen. Das Rottaler Pferd ist ein kräftiges mittelgroßes, vielseitig verwendbares, harmonisch gebautes, breites und starkknochiges, edles Warmblutpferd mit kräftigen Hals, welches bis Mitte des 20. Jahrhunderts die im niederbayrischen Rottal vorherrschend gezüchtete Rasse war.Brandzeichend der Pferderasse Rottaler

In der Rasse vorkommende Farben sind vor allem die Grundfarben oder klare Farben wie Braune und Rappen mit wenig Abzeichen und einem Stockmaß von 160 – 165 cm.

Das Rottaler Warmblutpferd ist ein vorzügliches, verlässliches Reit- Fahr- u. Freizeitpferd mit schwungvollen, raumgreifenden Bewegungen. Rottaler sind vielseitig sowohl im Freizeitbereich als auch für gehobene Ambitionen. Rottaler Pferde sind freundlich und gelassen im Wesen, mit gutem Charakter und ausgeglichenem Temperament, sodass nichts sie schnell aus der Ruhe bringt.

Entwicklung des Rottalers

Das Rottaler Pferd ist nachweislich die älteste, neben der ostfriesischen, geschichtlich erwähnte Pferdezucht in Deutschland. Die Entstehung der Pferdezucht kann bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Im Rottal/Niederbayern wurde auf der Grundlage ungarischer Beutepferde mit arabischer Blutführung gezüchtet. Im Jahre 909 fielen die Ungarn ins Rottal ein und wurden vernichtend geschlagen. Aus den Pferden der besiegten Angreifer sollen die Bauern die Rottaler gezogen haben. 1558 ließ Herzog Albrecht IV dort wertvolle Zuchthengste auf Klosterhöfe verteilen, die auch für die Bauern Verwendung finden sollten. Die Veredelung der damaligen Landrasse wurde angestrebt. Später wurden die Rottaler als schnelle, ausdauernde Militärpferde als Artilleriezug und Reitpferde hoch geschätzt. Erstmals fand die Rassebezeichnung „Rottaler Pferd“ im Jahr 1872 Erwähnung, vorher wurde die Rasse einfach als Rottaler bezeichnet. Bis in die 50er Jahre stellt der Rottaler die bedeutendste Warmblutpopulation in Bayern. 1963 wurde das Brandzeichen „R“ in „B“ geändert. Die Umstellung der bayerischen Pferdezucht vom warmblütigen Wirtschaftspferd zum reinen Sportpferd brachte den vielseitigen Rottaler an den Rand der Existenz. Dennoch führt noch heute ein hoher Prozentsatz bayerischer Sportpferde Rottaler Blutanteile. Im Jahre 1994 wurde das Rottaler Zuchtbuch (22 Tiere) wieder aufgelegt um dieses Erbe zu bewahren.

Im Jahr 2000 wurde das Rottaler Pferd von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ ausgerufen. Noch heute gilt das Rottaler Pferd als vom Aussterben bedroht und gilt als seltenste Pferdeart Europas. Hobbyzüchter versuchen vor allem in Bayern den Rottaler als Rasse zu erhalten. Das Land Bayern bezuschusst die Haltung und Züchtung finanziell.