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Der Mecklenburger

Die Zucht der Mecklenburger Pferderasse wurde 1812 im Gestüt Redefin mit Hengsten und Stuten aus bäuerlichem Besitz gegründet. Der Einsatz der Pferde erfolgt im Sport insbesondere im Springen, aber auch in Dressur, Vielseitigkeit und im Fahrsport.Brandzeichend der Pferderasse Mecklenburger

Das Mecklenburger Warmblut ist meist etwas gedrungener und kleiner als der ihm ähnelnde Hannoveraner und erreicht ein Stockmaß von bis zu 170 Zentimetern. Hinsichtlich des Erscheinungsbildes wird ein großliniger und eleganter Reitpferdetyp gewünscht, der sich in einem edlen, ausdrucksvollen und trockenen Kopf, großen Augen und einer gut geformten, mittellangen Halsung widerspiegeln soll. Die Mecklenburger Pferde sind in sämtlichen Grundfarben vertreten. Sie kommen oftmals als Brauner und Dunkelbrauner vor oder als Füchse, Rappen, Schimmel und Schecken. Diese Pferderasse ist gutmütig, energisch, leistungsbereit und mutig.

Der Mecklenburger in seiner Zuchtentwicklung

Die Mecklenburger Zucht wurde 1812 von dem Herzog Friedrich Franz I. von Meckenburg-Schwerin durch die Gründung des Gestüts Redefin vorgenommen. Der damals vorhandene Bestand sollte weiter verbessert werden. Es entstand eine sehr vollblutbetonte Rasse mit hoher Ausdauer, Härte und Mut, welche als Veredler und Kavalleriepferde eingesetzt wurden. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts kaufte die napoleonische Armee sehr viele Remonten (Pferde, die sich noch in der Grundausbildung befinden) in Mecklenburg.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann ein Zuchtumschwung, die guten Zuchtbeziehungen zu Hannover brachen ab und es fand ein unkontrollierter Einsatz Englischer Vollblüter statt. Durch die Englischen Vollblüter waren die Pferde zu leicht geworden. Um dies zu ändern, setzte man Suffolk, Shire und Clydesdale – Hengste, sowie Hannoveraner in der Zucht ein. Der Einsatz dieser Kaltblüter führte zur Verdrängung der sehr guten Rasseeigenschaften, die Pferde verloren an Härte, Beweglichkeit, guten Charakter und optimalen Temperament. Es dauerte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, bis man anstatt Englischer Vollblüter wieder vermehrt Hannoveraner einsetzte.

Der Zweite Weltkrieg wirkte sich negativ auf die Mecklenburger Zucht aus. Über 2/3 des Zuchtmaterials ging durch Krieg und vor allem Reparationszahlungen an die Sowjetunion verloren und die Zucht musste neu aufgebaut werden. Durch die Eingliederung des hannoveranischen Deckstellenbereichs Neuhaus/Elbe und weitere in Pommern befindlichen Zuchtkreisen vergrößerte man das Zuchtgebiet. Die Warmblutzucht wurde unter staatliche Kontrolle und Förderung gestellt. Der Hengstbestand war von guter Qualität, optimale Bedingungen für den Neuanfang, sodass im Jahr 1949 die Wiedereröffnung des Hengstdepots in Redefin stattfand.
Nach der Wende 1989 besann man sich der hervorragenden Zucht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und begann mit der Reinzucht, vor allem Tiere mit allen Eigenschaften der alten Rasse und geringen Fremdbluteinsatz wurden verwendet. Das Landgestüt Redefin wurde 1993 von dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern übernommen.

Inzwischen ist der Mecklenburger Warmblut wieder eine Rasse mit eigenen Zuchtzielen und im Typ der alten Rasse. Die Mecklenburger Pferde weisen wieder eine besondere Trockenheit, Eleganz und Härte auf, sie werden immer beliebter im Sportbereich.