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Hufrehe

Hufrehe ist eine schwerwiegende Erkrankung des Pferdes. Wird sie nicht behandelt oder falsch behandelt kann Hufrehe auch zum Tod des Pferdes führen. Der Fachbegriff lautet Laminitis und bezeichnet eine Entzündung der Huflederhaut. Diese befindet sich als Verbindungsschicht zwischen Hufbein und Hornkapsel. Die Huflederhaut hält damit die Knochen und Hornschuh fest aber flexibel zusammen.
Die Entzündung der Hufrehe lässt das Gewebe anschwellen und drückt damit auf die Verbindungsschicht, wodurch sich wiederum der Knochen lockert und senkt sich in Richtung Sohle. Dieser Vorgang wird Hufbeinsenkung genannt.
Wird der Knochen durch die Sehne gehalten, dreht es sich noch stärker beim Absenken des Beines. Dies wird Hufbeinrotation genannt und kann zum dazu führen, dass der Knochen durch die Sohle bricht (Hufbeindurchbruch).
Auch kann es passieren, dass sich die Verbindungsschicht ablöst, was als Ausschuhen bezeichnet wird, dadurch fällt die Hornkapsel ab. Das Pferd kann bei allen Auswirkungen nicht mehr laufen, weshalb nur das Einschläfern das Pferd vom Leid befreit.

Arten der Hufrehe

Futterrehe: Die Futterehe ist die verbreitete Hufrehe. Der Auslöser sind die Menschen, die das Pferd mit nicht-artgerechten Futtermitteln füttern. Ein Pferd benötigt Rohfaser und geringen Energiegehalt.

Belastungsrehe: Hat ein Pferd eine Fehlstellung oder Hufverformung, kann es passieren, dass die Hufe nicht gleichmäßig belastet werden. Die Hufe, die überlastet werden, können an einer Hufrehe erkranken. Daher ist eine regelmäßige Hufpflege durch einen Hufschmied wichtig, damit die Hufe so geschnitten werden, dass alle gleich belastet werden.

Geburtsrehe & Vergiftungsrehe: Bei der Vergiftung gelangen Giftstoffe in die Huflederhaut und verringern die Durchblutung, wodurch eine Entzündung – Hufrehe entsteht. Auch bei der Geburt kann dies passieren, wenn die Placenta nicht rechtzeitig entfernt wird.

Hungerrehe: Ist ein Pferd zu übergewichtig, kann es nicht sofort auf Diät gesetzt werden, sondern muss in einem gesunden, langsamen Prozess sein Gewicht durch ausreichende Bewegung reduzieren. Der Pferde-Magen ist so konzipiert, das dauerhaft Magensäure produziert. Bekommt das Pferd nicht genügend Futter, kommt es zur Übersäuerung. Dadurch gelangen Giftstoffe in den gesamten Organismus, welche die Huflederhaut angreifen.

Hufrehe erkennen

Bei der Hufrehe ist es äußerst wichtig schon bei einem Verdacht den Tierarzt zu rufen. Folgende mögliche Symptome können auftreten:

  • Schmerzanzeichen, wie abwesender Blick, Unlust, Sorgenfalten, dünne Nüstern
  • Lahmheit
  • kurze und flache Schritte
  • schlechter Gang auf hartem Boden und in engen Wendungen
  • Kronrad ist geschwollen und warm
  • Schmerzen an der Hufsohle
  • verstärktes Pochen der Arterien an der Hinterseite

Dies sind nur einige von weiteren Symptomen. Daher ist die Hufrehe nur sehr schwer im Anfangsstadium zu erkennen. Eine einwandfreie Diagnose kann der Tierarzt mit einem Röntgenbild erstellen. Damit lässt sich erkennen, wie groß die Hufrehe schon fortgeschritten ist.