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Die Fluchttiere

Pferde haben einen siebten Sinn oder auch einen Instinkt, der sie schon immer vor Gefahren bewahrt hat. Durch den Bau der Wirbelsäule verlaufen wichtige Nervenbahnen der Körperteile über den schnellsten Weg zum Gehirn. Zudem besitzen die Fluchttiere gewisse Zellen im Rückenmark, die empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren, bevor der Mensch überhaupt etwas bemerkt hat. Diese Sofort-Reaktion rettet dem Pferd in häufigen Fällen das Leben. So kann es passieren, dass ein Fluchttier vor einem Geräusch oder sonstigem die Flucht ergreift, obwohl es nichts Schlimmes war. Reiter sollten da nicht überreagieren und das Pferd bestrafen – Es liegt in der Natur der Fluchttiere.

Ein Fluchttier trainieren

Erfahrene Pferde warten die Situation etwas länger ab, machen sich fluchtbereit und entscheiden sich erst dann, ob eine bedrohliche Gefahr vorhanden ist. In diesem Moment entscheidet auch die Reaktion des Reiters, geht es beruhigend auf das Pferd ein oder verfällt er ebenfalls in eine Schreckreaktion. Jedes Fluchttier ist trainierbar. Schon früher wurden die Pferde durch den Einsatz im Krieg auf schreckliche, bedrohliche Situationen vorbereitet. Die weiteren Einsätze bei der Polizei stärkten immer mehr das Selbstbewusstsein eines Fluchttieres und verminderten gleichzeitig die Angst und verdrängten den natürlichen Trieb der Flucht. Fluchttiere befinden sich in einer Panikattacke in einem Ausnahmezustand. Sie hören und sehen nichts mehr außer den Weg der Flucht. Pferde rennen los, ohne Rücksicht auf Verluste, sodass es früher in der Wildnis auch dazu kam, dass die Stuten ihre Fohlen verloren, da sie nicht schnell genug waren.

Fluchttiere verstehen

Das instinktive Fluchtverhalten sicherte den Pferden ihr Überleben. Aber sie rannten nicht immer nur weg, Pferde waren durchaus auch in der Lage gegen ihre Feinde zu kämpfen und sich so zu verteidigen. Dies ist ein wichtiger Grund, warum Menschen die Tiere nicht in die Enge treiben sollten. Pferde treten zur Verteidigung auch nach Menschen und Hunden. Daher wird jedem Reiter von Beginn an beigebracht, nicht so dicht am Hintern des Pferdes entlang zu laufen.

Bei Fluchttieren entwickelt sich die Angst zur Panik und bringt dadurch den Körper in einen Alarmzustand. Der Körper des Tieres setzt bestimmte Stoffe frei, die dafür sorgen, dass die Leistung des Pferdes extrem in die Höhe steigt. Es handelt sich dabei unter anderem um das Hormon Adrenalin. Adrenalin sorgt dafür, dass der Kreislauf angeregt wird, das Tier aufmerksam wird und so empfindsam für weitere Geräusche wird. Der Körper ist so ausgestattet, dass in einer solchen Situation die Aktivität anderer Organe gesenkt wird, um so alle Kräfte in die Flucht eingesetzt werden können. Spezielle Reaktionsketten, welche nur bei einer Gefahrensituation aktiviert werden, kommen zum tragen. Nach einer Fluchtreaktion kommt ein Fluchttier auch schnell wieder zur Besinnung und fährt seine Hormonzufuhr herunter.